Probleme beim Maske ausblasen?

Kursablauf:
Gezieltes üben mit Schnorchel und kompletter Tauchausrüstung des Wasser-Nase Reflex

Treffpunkt:
Montag 19:15 Parkbad Lustenau

Kursdauer:
19:15 bis ca.21:00

Kurskosten:
€60,- ( inkl. kompletter Ausrüstung)

DER KURS FINDET NUR BEI VORHERIGER ANMELDUNG STATT

Der Wasser-Nase-Reflex: Lebensretter und Herausforderung für Taucher

Der Wasser-Nase-Reflex ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Er soll verhindern, dass beim Eintauchen Wasser eingeatmet wird – und schützt damit grundsätzlich vor dem Ertrinken. Für Taucher kann dieser Reflex jedoch zum Problem werden, wenn er nicht gezielt trainiert wird. Deshalb gehört der sichere Umgang mit dem Wasser-Nase-Reflex zu den wichtigen Grundlagen jeder Tauchausbildung.

Viele Taucher verspüren bereits ein mulmiges Gefühl, wenn sie daran denken, unter Wasser die Maske abzunehmen. Selbst erfahrene Taucher empfinden Übungen wie das Abnehmen und Wiederaufsetzen der Maske während eines Check-Dives oft als unangenehm. Ursache ist meist der Wasser-Nase-Reflex. Wird er nicht beherrscht, kann er nicht nur die Übung erschweren, sondern in bestimmten Situationen sogar zu gefährlichen Tauchunfällen führen.

Was ist der Wasser-Nase-Reflex?

Sobald der menschliche Körper ins Wasser eintaucht, aktiviert sich der sogenannte Tauchreflex. Dabei verlangsamt sich die Herzfrequenz, die Durchblutung wird auf die lebenswichtigen Organe konzentriert und der Wasser-Nase-Reflex setzt ein. Diese Reaktionen helfen dem Körper, den verfügbaren Sauerstoff möglichst effizient zu nutzen und gleichzeitig das Eindringen von Wasser in die Atemwege zu verhindern.

Der Wasser-Nase-Reflex wird ausgelöst, sobald Wasser mit den Schleimhäuten im oberen Nasenbereich in Kontakt kommt. Vermutlich spielen auch Rezeptoren im Gesichtsbereich dabei eine Rolle. Der Reiz wird an das zentrale Nervensystem weitergeleitet und führt zu einem kurzzeitigen Atemstopp – einer automatischen Schutzreaktion gegen das Einatmen von Wasser.

Steigt jedoch der Kohlendioxidgehalt im Blut weiter an, entsteht der natürliche Atemreiz. Wer den Wasser-Nase-Reflex nicht kontrollieren kann, atmet in diesem Moment häufig gleichzeitig durch Mund und Nase ein. Unter Wasser bedeutet das, dass neben der Atemluft aus dem Atemregler auch Wasser durch die Nase eingesogen wird.

Deshalb ist eine gezielte Mund-Nase-Koordination für Taucher so wichtig: Unter Wasser sollte ausschließlich über den Atemregler eingeatmet und kontrolliert über die Nase ausgeatmet werden. Diese Trennung der Atemwege klingt einfach, muss jedoch geübt werden, da sie unter Wasser deutlich schwieriger fällt als an Land.

Welche Risiken bestehen beim Tauchen?

Der Wasser-Nase-Reflex ist bei Säuglingen besonders stark ausgeprägt, nimmt jedoch bereits in den ersten Lebensmonaten deutlich ab. Erwachsene reagieren deshalb sehr unterschiedlich auf Wasserkontakt in der Nase. Manche Taucher haben kaum Probleme, andere reagieren bereits auf geringe Wassermengen mit einer starken Reflexreaktion.

Kritische Situationen können unter anderem entstehen, wenn:

  • die Maske undicht ist oder durch Haare Wasser eindringt,
  • die Maske beim Sprung ins Wasser verrutscht,
  • das Maskenband unter Wasser reißt,
  • die Maske versehentlich durch den Flossenschlag eines Tauchpartners abgestreift wird.

Solche Situationen gehören grundsätzlich zu den beherrschbaren Zwischenfällen beim Tauchen. Ist der Wasser-Nase-Reflex jedoch nicht ausreichend trainiert, kann bereits eine kleine Menge Wasser in der Nase heftige Reaktionen auslösen. Diese reichen von stoßweisem Atmen bis hin zu einer vollständigen Atemblockade.

Setzt anschließend der Atemreiz ein, atmen untrainierte Taucher häufig reflexartig auch durch die Nase ein. Dadurch gelangt Wasser in den Rachenraum und an die Stimmbänder. Die Folge können heftiger Husten, ein Verschlucken oder im schlimmsten Fall ein Stimmritzenkrampf sein, bei dem sich die Atemwege reflexartig verschließen.

Gerät der Taucher dadurch in Panik, besteht die Gefahr eines unkontrollierten Notaufstiegs. Kann während des Aufstiegs nicht ausgeatmet werden, steigt zusätzlich das Risiko für ein Lungenüberdruckbarotrauma.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Wassertemperatur: Je kälter das Wasser, desto intensiver fällt der Wasser-Nase-Reflex häufig aus. Selbst geübte Taucher sollten sich dessen bewusst sein und entsprechende Übungen regelmäßig wiederholen.

Die gute Nachricht: Der Wasser-Nase-Reflex lässt sich trainieren

Der Wasser-Nase-Reflex ist kein unveränderliches Hindernis. Mit regelmäßigem Training lernen die meisten Taucher, ihn sicher zu kontrollieren. Dennoch wird dieses Training häufig vernachlässigt, weil die Übungen zunächst ungewohnt oder unangenehm sind. Gerade im Hinblick auf die Unfallprävention lohnt sich die investierte Zeit jedoch.

Das Ziel des Trainings besteht darin, die Atmung unter Wasser bewusst zu steuern. Dabei wird die Einatmung ausschließlich über den Atemregler durchgeführt, während kontrolliert über die Nase ausgeatmet wird. Diese Technik verhindert nicht nur das Einatmen von Wasser, sondern ist auch Voraussetzung, um die Maske unter Wasser sicher ausblasen und wieder aufsetzen zu können.

Viele Übungen lassen sich bereits außerhalb des Freiwassers durchführen, beispielsweise im Schwimmbad oder sogar in der Badewanne. Mit etwas Geduld und regelmäßiger Wiederholung wird die bewusste Mund-Nase-Koordination für die meisten Taucher zur Routine – und der Wasser-Nase-Reflex verliert seinen Schrecken.